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Musik fernab der normalen Hörgewohnheiten: Kammersänger Roland Hartmann in Rudolstadt

Kammersänger Roland Hartmann singt vor Rudolstädter Gymnasiasten Lieder zeitgenössischer Thüringer Komponisten.

Rudolstadt. So etwas haben die meisten der rund 80 Rudolstädter Gymnasiasten, die gestern in der Aula das Konzert mit Kammersänger Roland Hartmann erlebten, vorher wohl noch nie gehört. Zumindest nicht 60 Minuten in Folge: Auf dem Programm stand zeitgenössisches Liedgut.

Auf Initiative des Thüringer Komponistenverbandes stellte der Rudolstädter Sänger, der von Tanja Schubert am Klavier begleitet wurde, Lieder vornehmlich Thüringer Komponisten vor. "Es gibt gerade im Umfeld der Weimarer Musikhochschule Komponisten, die Texte vertonen, allerdings werden die Lieder nur sehr selten gesungen", so der Kammersänger. "Deshalb haben wir einige dieser Lieder aus der Schublade geholt", lud er die Zehnt- und Elftklässler ein, sich auf dieses Musikerlebnis einzulassen und erklärte vorweg: "Es ist schwierig, für dieses Liedgut Publikum zu finden, auch Veranstalter scheuen sich davor."

Wie breit gefächert das Genre sein kann war in der Stunde zu erleben. Von schwermütig über schräg bis hin zu jazzig reicht der Stil. Es erklangen Lieder unter anderem nach Texten von Heinz Kahlau, Theodor Neubauer, Hermann Hesse, Frank Wedekind oder Wilhelm Busch.

Schließlich wurden die Schüler Zeugen einer Uraufführung. Wolf-Günter Leidel, der in den 1960er Jahren selbst das Rudolstädter Gymnasium, das damals EOS hieß, besuchte und den Roland Hartmann "einen der wenigen Genies, die es heute noch gibt", nannte, vertonte das Gedicht "Der Esel" von Mathias Claudius, das gestern erstmals überhaupt erklang. Am Ende war der Kammersänger zufrieden. "Es war gewiss für die jungen Leute völlig ungewohnt, aber sie haben zugehört, das ist doch toll", sagte er.

Heike Enzian / 06.06.13 / OTZ