In der Festspielsaison 2026 präsentieren die Bayreuther Festspiele im Rahmen des Projektes „Wagner für Kinder“ eine eigens für Kinder erstellte Fassung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“. Es musiziert wie bereits in den Vorjahren das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder).
Unsere Klassen 5b + 5c hatten Ende Februar am Kostümwettbewerb teilgenommen – nun waren die Entwürfe in echte Kostüme (verblüffend nah an den Entwürfen) zum ersten Mal bei der Premiere am 25.07. zu bestaunen. Eine größere Gruppe unserer (nun bald ehemaligen) Fünft-Klässler hatten sich dank der guten Organisation und Motivation mitten in den Ferien aufgemacht, um diese Premiere hautnah erleben zu dürfen und zu sehen, welche Kostümentwürfe tatsächlich Verwendung gefunden hatten.
In aller Frühe ging es los nach Bayreuth. Der Reisebus schipperte uns zuverlässig auf den „grünen Hügel“, auf welchem, erkennbar an zahlreich anwesender Security, alle Vorbereitungen für die Eröffnung der 150. Bayreuther Festspiele getroffen waren. Vorbei am Festspielhaus ging es zum extra für die Kinderoper errichtetem „Kleinen Festspielhaus“. Dort wurden wir von Theaterpädagogen empfangen und zum gemeinsamen Musizieren zur Musik des „Walküreritts“ eingeladen. Eingestimmt auf Wagners Musik nahmen wir nun im Festspielhaus unserer Plätze ein und waren gespannt – vor allem natürlich, welche Kostümentwürfe für diese Inszenierung umgesetzt wurden. Es erwartete uns ein bunter, für Kinder verständlich und kurzweilig inszenierter Ring. Auf der Bühne agierten die Protagonisten mit viel Spielfreude und Humor, musikalisch professionell und überzeugend – eine Freude für jung und alt.
Neben zahlreichen Kindern waren unter dem interessierten Premierenpublikum auch Nike Wagner, Urenkelin Richard Wagners, und Gloria-Sophie Burkandt, Tochter des Bayrischen Ministerpräsidenten Söder, welche die Schirmherrschaft für die Kinderoper in Bayreuth inne hat.
Auf Wunsch der Sängerinnen und Sänger gab es im Anschluss an die Premiere noch ein Zusammentreffen mit unseren SchülerInnen. Dabei wurden die Entwürfe der Kinder, welche im Programmheft abgedruckt waren, mit den umgesetzten Kostümen verglichen, Fotos gemacht, gefachsimpelt – ein sehr reger und sympathischer Austausch – vielen Dank dafür. Angefüllt mit unvergesslichen Eindrücken aus der Wagnerstadt Bayreuth ging es zurück nach Rudolstadt und in die Sommerferien.
Wir danken allen Beteiligten, allen voran Leonie Haupt, welche den Kontakt zu unserer Schule gesucht und uns somit die Möglichkeit der Mitwirkung an diesem sehr besonderen Projekt eröffnet hat.
Radiointerview kurz vor der Premiere mit Regisseurin Leonie Haupt
Dramaturgin Sara Zimmermann mit Regisseurin Leonie Haupt | Foto: Jonathan Lauwers
Impressionen direkt nach der Veranstaltung – Treffen mit den SängerInnen
Rezensionen
Unter der Überschrift „Der „Ring“ im „Kleinen Festspielhaus“ begeistert das Publikum“ berichtete der Nordbayrische Kurier am Abend nach der Premiere am 25.07.
Nein, vor 150 Jahren, als „Der Ring des Nibelungen“ zum ersten Mal als Tetralogie im Bayreuther Festspielhaus aufgeführt wurde, da gab es noch keinen „Richard Wagner für Kinder“. Der Gründer der Bayreuther Festspiele hätte ver- mutlich seinen Gefallen daran gefunden.
Im Jubiläumsjahr bieten die Bayreuther-Festspiele „Wagner für Kinder“ nicht in einer Probebühne, sondern in einem eigens errichteten „Kleinen Festspielhaus“ an. In Sichtweite zu dem historischen Bauwerk ist es unter den Bäumen des Festspielparks errichtet worden. (…)
Der Ring des Nibelungen“, ein im Original rund 16 Stunden dauerndes, monumentales Werk, war auf ungefähr zwei Stunden Spielzeit zu reduzieren. (…) Regisseurin Leonie Haupt und Dramaturgin Sara Zimmermann gelingt es, die wichtigsten Handlungsstränge beizubehalten – ohne die Kinder zu überfordern. (…)
Das Kostümbild von Marion Kral nach den Entwürfen einer Schulklasse ist ganz zauberhaft umgesetzt worden. (…)
Auszug aus dem Originalartikel von Ute Eschenbacher | Originalartikel
Unter der Überschrift: Richard Wagner für Kinder 2026 – Der Ring des Nibelungen berichtet Dr. med. Gerald Hofner am 25. Juli 2026 für „Klassik begeistert“
Die Kinderoper bleibt auch im Jubiläumsjahr ein grandioses Unikum am Grünen Hügel
(…) Für Kinder erfordert gerade die verzweigte Handlung des Rings neben der angebotenen musikpädagogischen Begleitung eine reduzierte Dramaturgie. Während das Spiel um (gute und böse) Macht und um Liebe für Kinder noch einfach zu glätten ist, mussten auch noch die Themen Inzest und Totschlag sensibel angegangen oder umgangen werden. Regie (Leonie Haupt) und Dramaturgie (Sara Zimmermann) hatten sich dann auch die Rheintöchter als Rahmenerzählerinnen und interne Erklärerinnen gewählt, die das junge Publikum bis zur Vernichtung der bösen Macht in der Götterdämmerung begleiteten – und das in engem Wechselspiel. Vor allem dadurch wurden Verwirrungen für die Kinder minimiert, so dass das Geschehen nachvollziehbar und spannend blieb. (…)