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Der Himmel im November

Die Sonne

Der Tagbogen der Sonne verkürzt sich im November deutlich. Die Folge sind kurze Tage und lange Nächte. Gutes Wetter vorausgesetzt, eröffnen sich bereits ab den frühen Abendstunden Beobachtungsmöglichkeiten. Auch der morgendliche Blick zum Himmel ist auf Grund der spät einsetzenden Dämmerung interessant. Die Sonne geht am 01.11. um 7:09 Uhr auf und 16:57 Uhr unter (MEZ). Am 30.11. ist Sonnenaufgang 7:55 Uhr und Sonnenuntergang 16:22 Uhr (MEZ). Die Kulminationshöhe (Mittagshöhe) der Sonne nimmt deutlich ab (Monatsanfang 25°, Monatsende 18°).  Der gegenwärtige Aktivitätszyklus der Sonne sorgt verstärkt für Sonnenflecken und Protuberanzen. Sonnenbeobachtungen sind attraktiv, auch ohne Sonnenteleskop unter: http://www.sonnen-sturm.info  

Der Mond

Am 01.11. steht der Mond im ersten Viertel, am 08.11. ist Vollmond, am 16.11. zeigt sich der Mond im letzten Viertel, am 23. 11. ist Neumond und am 30.11. steht der Mond wieder im ersten Viertel. Folgende interessanten Planeten-Mond- Konstellationen sind sichtbar: 01.11. (Mond bei Saturn/ Abendhimmel), 04.11. (Mond bei Jupiter/ Abendhimmel) und 11.11. (Mond bei Mars/ Abendhimmel).

Gut zu beobachtende Planeten

Mars kann die ganze Nacht beobachtet werden. Unser äußerer Nachbarplanet steht im Sternbild Stier und ist am östlichen Abendhimmel mit einer scheinbaren Helligkeit von ca. -1,5m und seiner rötlichen Farbe ein auffälliges Objekt. Auch Teleskopbeobachter kommen zunehmend auf ihre Kosten. Mars zeigt sich im Okular bereits als deutliches Scheibchen.

Jupiter steht im Sternbild Fische und ist weiterhin der Glanzpunkt des Abendhimmels. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei ca. -2,6m. Im Teleskop sind das Wechselspiel der vier Galileischen Monde, die Wolkenstreifen und Abplattung des größten Planeten unseres Sonnensystems sichtbar.

Auch der Ringplanet Saturn im Sternbild Steinbock bleibt am Abendhimmel im Südwesten leicht auffindbar. Seine scheinbare Helligkeit ist mit ca. 0,8 m noch gut ausgeprägt. Auch hier lohnt der Blick durch das Teleskop. Das Ringsystem und der Mond Titan lassen sich gut beobachten. Allerdings geht der Ringplanet bereits deutlich vor Mitternacht unter.

Uranus im Sternbild Widder erreicht am 09. November seine Opposition zur Sonne. Somit stellen sich „beste Beobachtungsbedingungen“ ein. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,6m bleibt Uranus allerdings ohne Hilfsmittel in unserer Region aufgrund der Lichtverschmutzung unsichtbar. Auch im Teleskop zeigt sich nur ein kleines grünes Pünktchen im Sternbild Widder. Die Entfernung von Uranus zur Erde beträgt Ende Oktober ca. 2800 Millionen km (ca. 18,7 AE) und das Licht des Planeten braucht zirka 2,5 Stunden Laufzeit bis zur Erde.

Sterne und Sternbilder am Abendhimmel – besonders lohnende Objekte (Auswahl)

Die Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler verabschieden sich vom westlichen/ nordwestlichen Abendhimmel. Die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda und Fische finden sich hoch im Süden und Südwesten. Pegasus bildet in diesem Teil des Nachthimmels ein, auch für den Amateur, leicht auffindbares Quadrat. Am Osthimmel/ Südosthimmel stehen die klassischen Wintersternbilder Fuhrmann, Stier, Orion und Zwillinge bereits über dem Horizont. Die weißlich schimmernde Milchstraße entfaltet an dunklen Standorten auch im November ihre volle Pracht. Vom Fuhrmann hoch im Osten, über Perseus, Kassiopeia bis zum Schwan und Adler im Westen reicht der Blick auf unser eigenes Sternensystem. Schon mit einem Feldstecher lassen sich viele offene Sternhaufen und Gas- und Staubwolken in der Milchstraße, sowie Verzweigungen entdecken.

Tipp 1: Nach benachbarten und doch fernen Sternenwelten Ausschau halten. In dunklen und klaren Herbstnächten kann man nach unseren Nachbarn in der Lokalen Gruppe (so heißt der Galaxienhaufen in dem die Milchstraße liegt) Ausschau halten. Die Andromedagalaxie (M 31) bietet im Feldstecher und im Teleskop mit kleiner Vergrößerung einen lohnenden Anblick. Ihr Licht braucht zirka 3 Millionen Jahre, um uns zu erreichen. Auch der Dreiecksnebel M 33 (ebenfalls eine Spiralgalaxie) gehört mit zirka 2,8 Millionen Lichtjahren Entfernung zu unseren Nachbarn.  Das Objekt findet sich unweit des Sternbildes Andromeda im Sternbild Dreieck, ist aber unter lichtverschmutzten Stadthimmel nur schwer zu beobachten.

Tipp 2: Sternhaufenpaar Chi und h Persei im Sternbild Perseus südlich von Kassiopeia. Die offenen Sternhaufen liegen zirka 7000 und 8100 Lichtjahre entfernt und bieten im Fernglas einen phantastischen Anblick. Beide Haufen sind mit wenigen Millionen Jahren astronomisch relativ jung.

Tipp 3: Der Kugelsternhaufen M 15 im Sternbild Pegasus hat im Zentrum eine extreme Sterndichte. Diese erkennt der Beobachter an der enormen Helligkeit. Der Haufen liegt im Umfeld der Milchstraße, zirka 39.000 Lichtjahre entfernt, und ist mit dem Teleskop gut zu beobachten.

Tipp 4: Der Ringnebel in der Leier M 57 ist ein planetarischer Nebel. Die Bezeichnung ist irreführend. Der Nebel ist der Überrest eines Sterns, der seine Gashülle vor zirka 20.000 Jahren abgestoßen hat. Das Objekt ist mit einem Teleskop gut auffindbar. Es liegt zwischen den südlichen Hauptsternen des Leierparallelogramms.

Tipp 5: Der Hantelnebel M 27 ist ebenfalls ein planetarischer Nebel und kann bereits mit einem großen Feldstecher beobachtet werden. Zu finden ist er zwischen den Sternbildern Pfeil und Füchschen. Auch hier hat ein ehemaliger Riesenstern seine Hülle vor 7000 Jahren abgestoßen und erleidet gerade einen „sanften Sternentod“. M 27 ist eines der leuchtkräftigsten Objekte seiner Art und deshalb besonders attraktiv.

Tipp 6: Klassische Doppelsterne:Alamak - nahe von M 31, im Sternbild Andromeda.  Mit dem Amateurteleskop kann man zwei unterschiedliche helle Komponenten trennen. Die hellere leuchtet orangefarben, die dunklere leicht bläulich.  Albireo - der zweithellste Stern im Sternbild Schwan ist problemlos mit bloßem Auge sichtbar und zeigt sich schon in kleinen Teleskopen als Sternenpaar mit deutlichem Farbkontrast. Epsilon Lyra – im Sternbild Leier. Zwei Hauptkomponenten werden von jeweils einem weiteren Begleiter umrundet. Eta Cassiopeia – nahe dem Hauptstern Alpha Cassiopeia. Die Hauptkomponente leuchtet gelb, der lichtschwächere Begleiter tiefrot.

Tipp 7: Sternbild Kassiopeia - NGC 663. Der offene Sternhaufen bietet im Teleskop einen sehr lohnenden Anblick. Er findet sich unweit der Verbindungslinie der Sterne Epsilon und Delta Cassiopeia (Hauptsterne des linken Arms des Himmels- W). NGC 663 ist zirka 6000 LJ entfernt und mit 17 Millionen Jahren vergleichsweise jung. Er entstand in der gas- und staubreichen Milchstraßenebene und wandert nun langsam aus dieser heraus. Ebenfalls interessant der offene Sternhaufen NGC 457 - nach seiner markanten Figur Eulenhaufen genannt. Er findet sich etwas unterhalb des Sternes Delta Cassiopeia und zeigt die Form des Nachtvogels mit gespreizten Flügeln.