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Der Himmel im Januar

Die Sonne

Die Beobachtungsbedingungen fĂŒr Abend- und Morgenbeobachter sind im Januar ideal. Die Sonne geht am 01.01. um 8:19 Uhr  auf und 16:29 Uhr unter (MEZ). Am 31.01. ist Sonnenaufgang 7:55 Uhr und Sonnenuntergang 17:12 Uhr (MEZ). Die Kulminationshöhe (Mittagshöhe) der Sonne bleibt im Januar niedrig (Monatsanfang 17°, Monatsende 23°). Wie es aktuell um die SonnenaktivitĂ€ten steht kann man unter: www.sonnen-sturm.info und www.solarham.net verfolgen.

Der Mond

Am 02.01. ist Vollmond, am 08.01. zeigt sich der Mond im letzten Viertel, am 17.01. ist Neumond, am 24.01. befindet sich der Mond im ersten Viertel und am 31.01. ist wieder Vollmond. Die interessanteste Planeten-Mond-Konstellationen findet sich am 11.01. am Firmament (Mond bei Mars und Jupiter/ Morgenhimmel).

Gut zu beobachtende Planeten

Merkur setzt seine Morgensichtbarkeit Anfang Januar fort. Ab zirka 7:00 Uhr kann man den sonnennĂ€chsten Planeten tief am SĂŒdosthorizont finden. Bereits eine halbe Stunde spĂ€ter ist die Beobachtungszeit auch schon vorbei. Im Teleskop rundet sich Merkur immer weiter. Der Beleuchtungsgrad des Planetenscheibchens betrĂ€gt ungefĂ€hr 2/3. Um den 10. Januar endet die Sichtbarkeitsperiode.

Mars ist ebenfalls am Morgenhimmel zu sehen. Der rote Planet wechselt vom Sternbild Waage in das Sternbild Skorpion. Seine scheinbare Helligkeit nimmt auf 1,2m zu. Am 07.01. kommt es am Morgenhimmel zu einer nahen Begegnung mit Jupiter. Im Teleskop stellt der Mars noch kein besonderes Beobachtungsobjekt dar.

Jupiter wird im Laufe des Monats allmĂ€hlich zum Planeten der zweiten NachthĂ€lfte (01.01. Aufgang 03:52 Uhr MEZ, 31.01. Aufgang 02:17 Uhr MEZ). Seine scheinbare Helligkeit von zirka -2,0m macht ihn zum markanten Glanzpunkt des frĂŒhen Morgenhimmels.  Der Riesenplanet befindet sich im Sternbild Waage und bietet dem Teleskopbeobachter einige Details. Ohne Probleme erkennt man die Abplattung des Planeten aufgrund seiner rasanten Rotation, OberflĂ€chendetails in Form der WolkenbĂ€nder und natĂŒrlich die vier Gallileiischen Monde. Die Trias von Jupiter, Mars und abnehmender Mondsichel bildet am 11. Januar am sĂŒdlichen Morgenhimmel einen lohnenden Anblick.

Saturn gesellt sich zum Monatsende zur morgendlichen Planetenparade. Da sein Aufgang erst gegen 6:00 Uhr MEZ erfolgt, bietet er noch keinen spektakulÀren Anblick.

Uranus kann im Januar weiterhin in der ersten NachthĂ€lfte im Sternbild Fische gesichtet werden. Allerdings bleibt, mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,8m, Uranus fĂŒr die meisten ohne Hilfsmittel unsichtbar. Kein Wunder- die Entfernung von Uranus zur Erde betrĂ€gt rund 3 Milliarden km. Das sind knapp 20 AE (AE= astronomische Einheit= Entfernung Erde- Sonne). Licht braucht fĂŒr diese Strecke eine Laufzeit von zirka 2,5 Stunden.

Sterne und Sternbilder am Abendhimmel – besonders lohnende Objekte (Auswahl)

Der Abendhimmel gehört den Wintersternbildern Orion, Stier, Fuhrmann, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund. Das Wintersechseck bestehend aus den markanten Sternen Rigel, Aldebaran, Kapella, Pollux, Prokyon und Sirius ist sehr gut sichtbar. Am Westhimmel sind noch die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda und Fische erkennbar. Zahlreiche Glanzlichter kennzeichnen die Beobachtungstouren am Winterhimmel. Beste Zeit fĂŒr den Besuch einer Sternwarte. Hier eine kleine Auswahl:

Tipp 1: M 37 ist der hellste, grĂ¶ĂŸte und sternenreichste Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann. Bereits mit einem Feldstecher 10x50 als Haufen erkennbar, entfaltet M 37 im Teleskop ab 100mm Öffnung seine volle Pracht. Entfernung 4150 Lichtjahre, Alter rund 345 Millionen Jahre. Lohnend! 

Tipp 2: das Sternbild Stier bietet mit den offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden zwei astronomische Beobachtungsklassiker. Diese bilden das Goldene Tor der Ekliptik. Die Plejaden M 45 sind bereits mit bloßem Auge als Haufen erkennbar. Sechs Sterne sollten bei klarem Himmel problemlos sichtbar sein. Im Fernglas prĂ€sentiert sich der Sternhaufen als Ă€ußerst lohnendes Objekt. Auf die Sternenkette sĂŒdlich von Alcyone achten! Die Hyaden finden sich um den Hauptstern Aldebaran. Die Sterne in diesem Haufen sind deutlich lockerer angeordnet als die Plejaden und zeigen sich am eindrucksvollsten in einem schwach vergrĂ¶ĂŸernden Opernglas.

Tipp 3: Orion ist fĂŒr viele Beobachter eines der schönsten Sternbilder am nördlichen Nachthimmel. Die gewaltige Gaswolke des Orionnebels M 42 (Emissionsnebel) unterhalb der GĂŒrtelsterne sollte man sich nicht entgehen lassen. Ein Blick in das 1.500 Lichtjahre entfernte Sternentstehungsgebiet ist spektakulĂ€r. Mit  einem guten Fernglas bzw. einer Teleskopöffnung ab 130mm und einer geringen VergrĂ¶ĂŸerung sollte zudem der offene Sternhaufen NGC 1981im nördlichen Bereich des Nebels sichtbar werden. Auch das Trapez, eine kompakte Gruppe von vier Sternen im Nebel, lĂ€sst sich mit diesen Instrumenten gut beobachten. Astronomen gehen davon aus, dass in dieser Wolke bereits mehr als 2000 Sterne entstanden.  

Tipp 4: die Zweiersternenkette der Zwillinge ist dank Kastor und Pollux leicht auffindbar. Der offene Sternhaufen M 35, an der Grenze zum Stier, ist ein klassisches Amateurobjekt und  rund 3.000Lichtjahre von uns entfernt. Auf einer HimmelsflĂ€che von einem Vollmonddurchmesser sind zirka 120 Sterne schon mit einem guten Feldstecher sichtbar. Normalerweise sind offene Sternhaufen eher jung. Dieser ist mit rund zwei Mrd. Jahren ein vergleichsweise sehr altes Gebilde, was wohl an der großen Gesamtmasse des Haufens liegt, die die Sterne immer noch zusammenhĂ€lt.

Tipp 5: NGC 2392- der Eskimonebel im Sternbild Zwillinge. Dieser planetarische Nebel ist nur mit einem Teleskop ab 200mm in seinen Einzelheiten sichtbar und steht fĂŒr das Ende eines sonnenĂ€hnlichen Sterns der seine GashĂŒlle abgestoßen hat. Bekannt wurde er, weil seine Form an ein Gesicht in einer Pelzkapuze erinnert.

Tipp 6: Krabbennebel/ Krebsnebel M 1 im Sternbild Stier- das erste Objekt im Messier- Katalog. Im Teleskop zeigt sich M 1 als kleines ovales Nebelwölkchen eher unspektakulĂ€r, ganz im Gegensatz zu seiner Entstehung, die auf eine Supernovaexplosion zurĂŒckzufĂŒhren ist. FĂŒr uns unsichtbar, befindet sich im Zentrum des Supernovarestes ein Neutronenstern von nur wenigen Kilometern Durchmesser, gigantischer Masse und extremer Rotation (30-mal in einer Sekunde). Das Objekt liegt in unserer Milchstraße zirka 6.300 LJ entfernt und die Nebelreste dehnen sich auch heute immer weiter aus. Übrigens haben chinesische Astronomen diese Supernovaexplosion 1054 beobachtet und dokumentiert.

Tipp 7: Im Sternbild Einhorn, gleich neben Orion, gibt es zwei schöne offene Sternhaufen NGC 2244 im Rosettennebel und NGC 2264 etwas weiter nördlich. Letzterer sieht im Teleskop wie ein Weihnachtsbaum aus. Ausprobieren.

Tipp 8:  Zwergplanet Ceres erreicht am 31. Januar seine Oppositionsposition zur Sonne. Der einzige Zwergplanet im AsteroidengĂŒrtel wechselt vom Sternbild Löwe in das Sternbild Zwillinge. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei rund 7m. Somit ist er nur im Teleskop oder Fernglas sichtbar. Auch hier bleibt der Anblick des LichtpĂŒnktchens unspektakulĂ€r. Aber man hat mal einen Zwergplaneten gesehen. Auffindkarten im Internet oder Sternkalender nutzen.

Tipp 9: Milchstraße beobachten. Raus aus der Stadt. Dunklen Standort mit Rundumblick suchen. Dann ist das Band der winterlichen Milchstraße von Sirius im Großen Hund ĂŒber Zwillinge, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Cepheus bis zum Stern Deneb im Schwan sichtbar. Schön!