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Der Himmel im Oktober

Die Sonne

Die Tagundnachtgleiche liegt hinter uns. Der Beobachtungszeitraum verschiebt sich aufgrund der frĂŒheren SonnenuntergĂ€nge immer mehr in die Abendstunden. Die Sonne geht am 01.10. um 7:20 Uhr  auf und 18:58 Uhr unter (MESZ!!!). Am 31.10. ist Sonnenaufgang 7:08 Uhr und Sonnenuntergang 16:58 Uhr (MEZ!!!). Zeitumstellung (Ende der Sommerzeit) am 29.10. beachten. Die Kulminationshöhe (Mittagshöhe) der Sonne nimmt deutlich ab (Monatsanfang 37°, Monatsende 26°) und damit auch ihre EinstrahlungsintensitĂ€t. GegenwĂ€rtig befindet sich die Sonne in einer Phase abklingender AktivitĂ€ten im Sonnenzyklus. Die Zahl der beobachtbaren Sonnenflecken hat in den letzten Monaten deutlich abgenommen. Aktuelles unter: www.sonnen-sturm.info  und www.solarham.net verfolgen.

Der Mond

Am 05.10. ist Vollmond, am 12.10. zeigt er sich im letzten Viertel, am 19.10. ist Neumond und am 27.10. steht der Mond im ersten Viertel. Die interessantesten Planeten-Mond- Konstellationen finden an folgenden Tagen statt: 17.10. (Mond bei Mars/ Morgenhimmel) und 18.10. (Mond bei Venus/ Morgenhimmel).

Gut zu beobachtende Planeten

Venus ist den gesamten Oktober als Morgenstern sichtbar. Da sich der Planet weiter von der Erde entfernt betrĂ€gt die scheinbare Helligkeit „nur“ noch -3,9m. Im Teleskop schrumpft das Venusscheibchen weiter und zeigt sich fast voll beleuchtet (31.10.- 95%).

Mars ist der zweite Planet am Morgenhimmel und findet sich in der Nachbarschaft von Venus. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 1,8m kommt der rote Planet eher unspektakulÀr daher. Mars wechselt, ebenso wie Venus, vom Sternbild Löwe in das Sternbild Jungfrau. Im Teleskop zeigt sich das Marsscheibchen dreimal kleiner als Venus.

Saturn verabschiedet sich im Oktober tief im SĂŒdwesten vom Abendhimmel. Die Beobachtungsbedingungen sind durch die große HorizontnĂ€he nicht mehr optimal. Trotzdem bleibt ein Blick durch das Teleskop auf die 27° Richtung Erde geöffneten Ringe lohnend.

Uranus steht im Oktober in Opposition zur Erde. Es ist die Zeit seiner besten Sichtbarkeit. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,7m bleibt Uranus allerdings ohne Hilfsmittel fĂŒr die meisten unsichtbar. Die Entfernung von Uranus zur Erde ist in der Zeit der grĂ¶ĂŸten AnnĂ€herung noch enorm. FĂŒr die 2829 Millionen km (18,9 AE) braucht das Licht zirka 2,5 Stunden Laufzeit. Die Sternwartenteleskope zeigen ihn als kleines grĂŒnes PĂŒnktchen. Allerdings ist Uranus im Sterngewimmel  des Sternbildes Fische nicht leicht zu identifizieren. Tipp: Sternkarten nutzen!

Sterne und Sternbilder am Abendhimmel – besonders lohnende Objekte (Auswahl)

Im Oktober vollzieht sich der allmĂ€hliche Übergang vom Sommer- zum Wintersternhimmel. Der Westhimmel am Abend wird noch vom Sommerdreieck Wega (Leier), Deneb (Schwan) und Atair (Adler) dominiert. Der Nachthimmel im SĂŒden gehört den klassischen Herbststernbildern Pegasus, Andromeda und Fische. Im Osten tauchen mit Fuhrmann und Stier die ersten Wintersternbilder auf. Zenitnah finden sich die Sternbilder Kassiopeia und der benachbarte Perseus.

Tipp 1: Nach benachbarten und doch fernen Sternenwelten Ausschau halten. In dunklen und klaren HerbstnĂ€chten kann man nach unseren Nachbarn in der Lokalen Gruppe (so heißt der Galaxienhaufen in dem die Milchstraße liegt) Ausschau halten. Der Andromedanebel (M 31) ist schon mit bloßen Augen als Lichtfleck zu erkennen. Im Feldstecher und im Teleskop mit kleiner VergrĂ¶ĂŸerung bietet die Spiralgalaxie einen lohnenden Anblick. Ihr Licht braucht zirka 2,5 Millionen Jahre, um uns zu erreichen. Auch der Dreiecksnebel M 33 (ebenfalls eine Spiralgalaxie) gehört mit zirka 2,8 Millionen Lichtjahren Entfernung zu unseren Nachbarn.  Das Objekt findet sich unweit des Sternbildes Andromeda im Sternbild Dreieck.

Tipp 2: Gibt’s ein schöneres Sternhaufenpaar als Chi und h Persei im Sternbild Perseus sĂŒdlich von Kassiopeia? Die offenen Sternhaufen sind ein echtes Paar, liegen zirka 7100 und 7500 Lichtjahre entfernt und bieten im Fernglas einen phantastischen Anblick.

Tipp 3: Der Kugelsternhaufen M 15 im Sternbild Pegasus hat im Zentrum eine extreme Sterndichte. Diese erkennt der Beobachter an der enormen Helligkeit. Der Haufen liegt im Umfeld der Milchstraße, zirka 39.000 Lichtjahre entfernt, und ist mit dem Teleskop gut zu beobachten.

Tipp 4: Starhopping mit dem Herbstviereck. Ausgangspunkt ist das Sternbild Pegasus. Die Sterne des Herbstviereckes werden durch die vier Sterne gebildet, welche den Körper des geflĂŒgelten Pferdes Pegasus markieren. VerlĂ€ngert man die linken Sterne des Herbstviereckes Richtung Horizont landet man bei Formalhaut im Sternbild SĂŒdliche Fische. VerlĂ€ngert man die rechten Sterne Richtung Zenit gelangt man zu Kassiopeia und weiter zum Polarstern.

Tipp 5: Der Hantelnebel M 27 ist ebenfalls ein planetarischer Nebel und kann bereits mit einem großen Feldstecher beobachtet werden. Zu finden ist er zwischen den Sternbildern Pfeil und FĂŒchschen. Auch hier hat ein ehemaliger Riesenstern seine HĂŒlle  vor 7000 Jahren abgestoßen und erleidet gerade einen „sanften Sternentod“. M 27 ist eines der leuchtkrĂ€ftigsten Objekte seiner Art und deshalb besonders attraktiv.

Tipp 6: Klassische Doppelsterne: Nahe von M 31, auch im Sternbild Andromeda, liegt der schöne Doppelstern Alamak. Mit dem Amateurteleskop kann man zwei unterschiedliche helle Komponenten trennen. Die hellere leuchtet orangefarben, die dunklere  leicht blĂ€ulich. In hochauflösenden Profiteleskopen entpuppt sich Alamak als Vierfachsystem.   Sehr lohnend Albireo. Der zweithellste Stern im Sternbild Schwan ist problemlos mit bloßem Auge sichtbar und zeigt sich schon in kleinen Teleskopen als Sternenpaar mit deutlichem Farbkontrast. Oder wie wĂ€re es mit einem Vierfachsystem Epsilon Lyra. Zwei Hauptkomponenten werden von jeweils einem weiteren Begleiter umrundet. Auch die können bereits im kleinen Teleskop getrennt werden.

Tipp 7: Ein auf dem Kopf stehenden KleiderbĂŒgel am Himmel?  Der „KleiderbĂŒgel- Sternhaufen“ Cr 399 im Sternbild FĂŒchschen gelegen, gehört zweifellos zu den kuriosen Objekten. Auch er ist ein klassisches Objekt fĂŒr das Fernglas bzw. das kleinen Teleskop. Der Sternhaufen ist nicht durchweg echt. Denn einige Sterne befinden sich deutlich nĂ€her bzw. weit entfernter von der Erde und  werden nur aus der irdischen Perspektive als Teil des Haufens wahrgenommen.