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Der Himmel im Dezember

Die Sonne

Am 01. Dezember beginnt der meteorologische Winter. Der astronomische Winteranfang fĂ€llt in diesem Jahr auf den 21. Dezember. Exakt 17:28 Uhr erreicht die Sonne den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn. Die Wintersonnenwende, und damit der kĂŒrzeste Tag und die lĂ€ngste Nacht, treten ein. Aufgrund des kurzen und flachen Tagbogens der Sonne sind die Beobachtungsbedingungen fĂŒr Abend- und Morgenbeobachter derzeit ideal. Die Sonne geht am 01.12. um 7:57 Uhr auf und 16:21 Uhr unter (MEZ). Am 31.12. ist Sonnenaufgang 8:19 Uhr und Sonnenuntergang 16:28 Uhr (MEZ). Die Kulminationshöhe (Mittagshöhe) der Sonne erreicht im Dezember ihre Jahrestiefpunkte (Monatsanfang 18°, Monatsende 17°). Wie es aktuell um die SonnenaktivitĂ€ten steht kann man unter: www.sonnen-sturm.info  und www.solarham.net verfolgen.

Der Mond

Am 03.12. ist Vollmond, am 10.12. befindet sich der Mond im letzten Viertel, am 18.12. ist Neumond und am 26.12. steht der Mond im ersten Viertel. Die interessantesten Planeten-Mond- Konstellationen finden sich an folgenden Tagen am Firmament: 13.12. (Mond bei Mars/ Morgenhimmel) und 14.12. (Mond bei Jupiter/ Morgenhimmel).  In der Neujahrsnacht bietet sich, allen mit klarem Blick, die Chance eine Sternbedeckung durch den Mond zu beobachten. Der Mond wandert in dieser Nacht durch den offenen Sternhaufen Hyaden und bedeckt den hellsten Stern (Aldebaran) im Sternbild Stier. Die Bedeckung von Aldebaran findet ab zirka 2:15 Uhr statt und dauert bis zirka 03.10 Uhr. Da der Mond fasst die Vollmondphase erreicht hat, ist ein Fernglas mit Stativ oder ein Teleskop förderlich, um das plötzliche Verschwinden und Auftauchen von Aldebaran zu verfolgen. Bereits am 8. Dezember kann die Bedeckung von Regulus im Sternbild Löwen beobachtet werden. Beginn 22:25 Uhr und Ende ca.23:10 Uhr. Da der Mond erst gegen 22:10 Uhr aufgeht, ist der Eintritt von Regulus eher schwierig zu sichten.

Gut zu beobachtende Planeten

Merkur bietet ab Heiligabend bis Anfang Januar eine mĂ€ĂŸige Morgensichtbarkeit am SĂŒdosthimmel. Mit Fernglas lĂ€sst sich der flinke Planet ab zirka 7:00 fĂŒr kurze Zeit erspĂ€hen.

Mars findet sich am Morgenhimmel und wechselt vom Sternbild Jungfrau zum Sternbild Waage. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei rund 1,5m. Ab ca. 4:00 Uhr sollte der Planet gut sichtbar sein. Im Teleskop bietet der rote Planet noch keinen interessanten Anblick. Der stellt sich erst im Sommer 2018 zur Marsopposition ein.

Jupiter ist in der Nachbarschaft von Mars am Morgenhimmel zu sehen. Der Riesenplanet steht im Sternbild Waage und seine scheinbare Helligkeit nimmt auf -1,8m zu. In Teleskop bietet Jupiter bereits einen ansehnlichen Anblick. Die vier galileischen Monde, die WolkenbÀnder und die Abplattung des Planeten sind gut sichtbar.

Uranus kann im Dezember weiterhin in der ersten NachthĂ€lfte im Sternbild Fische gesichtet werden. Allerdings bleibt der Ă€ußere Planet, mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,8m, ohne Hilfsmittel unsichtbar. Also Sternwarte besuchen oder Teleskop aufstellen!

Sterne und Sternbilder am Abendhimmel – besonders lohnende Objekte (Auswahl)

Der östliche Abendhimmel gehört den Wintersternbildern Orion, Stier, Fuhrmann, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund. Das Wintersechseck bestehend aus den markanten Sternen Rigel, Aldebaran, Kapella, Pollux, Prokyon und Sirius ist komplett.  Am Westhimmel sind noch die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda und Fische sichtbar. Die weißlich schimmernde Milchstraße entfaltet an dunklen Standorten ihre volle Pracht. Vom Großen Hund ĂŒber Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia bis zum Schwan reicht der Blick auf unser eigenes Sternensystem.

Tipp 1: Nach benachbarten und doch fernen Sternenwelten Ausschau halten. In dunklen und klaren NĂ€chten kann man den Andromedanebel (M 31), unseren Nachbarn in der Lokalen Gruppe (so heißt der Galaxienhaufen in dem auch die Milchstraße liegt), schon mit bloßen Augen erkennen. Die Spiralgalaxie bietet bereits im Feldstecher einen lohnenden Anblick. GrĂ¶ĂŸer und gewaltiger als die Milchstraße besteht der Andromedanebel nach neuesten SchĂ€tzungen aus ĂŒber einer Billion Sternen.  Ihr Licht braucht knapp 3 Millionen Jahre, um uns zu erreichen. Auch der Dreiecksnebel M 33 gehört mit zirka 2,8 Millionen Lichtjahren Entfernung zu unseren Nachbarn.  Das klassische Feldstecherobjekt findet sich unweit des Sternbildes Andromeda im Sternbild Dreieck.

Tipp 2: Nahe von M 31, ebenfalls im Sternbild Andromeda, liegt der schöne Doppelstern Alamak. Mit dem Amateurteleskop kann man zwei unterschiedliche helle Komponenten trennen. Die hellere leuchtet orangefarben, die dunklere leicht blÀulich. In hochauflösenden Teleskopen entpuppt sich Alamak als Vierfachsystem.

Tipp 3: Sternhaufenpaar Chi und h Persei im Sternbild Perseus sĂŒdlich von Kassiopeia. Die offenen Sternhaufen sind ein echtes Paar, liegen zirka 7100 und 7500 Lichtjahre entfernt und bieten im Fernglas einen phantastischen Anblick.

Tipp 4: Der Kugelsternhaufen M 15 im Sternbild Pegasus hat im Zentrum eine extreme Sterndichte. Diese erkennt der Beobachter an der enormen Helligkeit. Der Haufen liegt im Umfeld der Milchstraße (zirka 39.000 Lichtjahre entfernt) und ist mit dem Teleskop gut zu beobachten.

Tipp 5: Kembles Kaskade im Sternbild Giraffe. Zirka zwei Dutzend Sterne bilden eine Sternenkette von Nordwest nach SĂŒdost ĂŒber eine LĂ€nge von fĂŒnf Vollmondbreiten. Da die scheinbare Helligkeit der Sterne zwischen 5m und 10m liegt, benötigt man ein Fernglas mit mindestens 3cm. Orientierung ĂŒber Sternkarten im Internet.

Tipp 6:  der offene Sternhaufen M 35 in den Zwillingen an der Grenze zum Stier und der offene Sternhaufen M 37 im Sternbild Fuhrmann. M 35 ist ein klassisches Amateurobjekt und 3000 Lichtjahre von uns entfernt. Normalerweise sind offene Sternhaufen eher jung. Dieser ist mit rund 2 Mrd. Jahren ein vergleichsweise sehr altes Gebilde, was wohl an der großen Gesamtmasse des Haufens liegt, die die Sterne immer noch zusammenhĂ€lt. M 37 ist der hellste, grĂ¶ĂŸte und sternenreichste Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann. Entfernung 4150 Lichtjahre, Alter rund 345 Millionen Jahre. Lohnend!

Tipp 7: Im Sternbild Einhorn, gleich neben Orion, gibt es zwei schöne offene Sternhaufen NGC 2244 im Rosettennebel und NGC 2264 etwas weiter nördlich. Letzterer sieht im Teleskop wie ein Weihnachtsbaum aus. Ausprobieren.

Tipp 8: das Sternbild Stier bietet mit den offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden zwei astronomische Beobachtungsklassiker. Diese bilden das Goldene Tor der Ekliptik. Die Plejaden M 45 sind bereits mit bloßem Auge als Haufen erkennbar. Sechs Sterne sollten bei klarem Himmel problemlos sichtbar sein. Im Fernglas prĂ€sentiert sich der Sternhaufen als Ă€ußerst lohnendes Objekt. Auf die Sternenkette sĂŒdlich des Sterns Alcyone achten! Die Hyaden (keine M- oder NGC- Nummer) finden sich um den Hauptstern Aldebaran und sind deutlich lockerer angeordnet als die Plejaden. Deshalb diesen Sternhaufen in FernglĂ€sern mit kleinen VergrĂ¶ĂŸerungen betrachten. Die Hyaden sind nur 150 LJ entfernt und damit das nĂ€chstgelegene kosmische Objekt dieser Art.